Christoph Cornelißen

Zeit(en)wende


19 Seiten
Erscheinungsdatum: 19.11.2025

DOI https://doi.org/10.46500/83535880-006

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
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Epochenwenden
Zur Aktualität historischer Periodisierung

DOI https://doi.org/10.46500/83535880
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In der Gegenwart erfährt der Begriff „Zeitenwende“ eine bemerkenswerte Konjunktur.


Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutungsvarianten der Begriff für die Verzeitlichung historischer Narrative sowie für die Differenzierung von Epochen oder zeitlich enger gefassten Phasen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert aufweist. Darüber hinaus lotet er die Potenziale aus, die dem Konzept der Zeit(en)wende für die Geschichtsschreibung über das 20. und 21. Jahrhundert innewohnen. Zu diesem Zweck werden einleitend ausgewählte begriffsgeschichtliche Stufen der Verwendung von ‚Zeit(en)wende‘ beleuchtet. Sodann wird der Nexus von Krisenerfahrungen in der Gegenwart und historiographischen Diagnosen einer ‚Zeit(en)wende‘ thematisiert. Der abschließende Teil diskutiert, welche Schlussfolgerungen sich daraus für die aktuelle historiographische Verständigung über Zeitenwenden im 20. Jahrhundert und damit Vorstellungen vom Ende der Moderne ergeben. Insgesamt zeigt sich, dass die sich heute grundlegend verändernden geopolitischen und globalen Rahmenbedingungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ebenfalls überkommene Vorstellungen von historischer Temporalität in Frage stellen.

The term ‘turning point’ is currently experiencing a remarkable boom. This article examines the various meanings that the concept has had since the late 19th century in relation to the temporalization of historical narratives and the differentiation of epochs or more narrowly defined phases. It also examines the potential inherent in the concept of turning points for the historiography of the 20th and 21st centuries. To this end, the article begins with an examination of selected stages in the history of the use of the term “turning point(s)”. It then looks at the connection between experiences of crisis in the present and historiographical diagnoses of a “turning point(s)”. The final section discusses the conclusions that can be drawn from this for the current historiographical understanding of turning points in the 20th century and thus for ideas about the end of modernity. Overall, it becomes clear that the fundamental changes in geopolitical and global conditions in politics, the economy and society today also call into question traditional notions of historical temporality.


Christoph Cornelißen

Christoph Cornelißen, geb. 1958, seit 2012 Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt; vorher 2003-11 Prof. für Neuere und Neueste Geschichte Univ. Kiel; 2010-2011, Prof. für Neuere Geschichte an der Univ. Düsseldorf (2011-12); Gastprofessuren an der Karls-Universität Prag, Universität Bologna, London School of Economics and Political Science, Universität Padova. Forschungsschwerpunkte: Historiographiegeschichte, Geschichte von Erinnerungskulturen, Geschichte Europas. Ausgewählte Publikationen: Gerhard Ritter. Geschichtswissenschaft und Politik im 20. Jahrhundert (Droste 2001); Weimar und die Welt. Globale Verflechtungen der ersten deutschen Republik (Hrsg zus. mit Dirk van Laak, Vandenhoeck und Ruprecht 2020), Europe in the Long Twentieth Century. A Transnational History (OUP 2024).

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Kategorien

Schlagworte
Begriffsgeschichte, Periodisierung, Epoche, Verzeitlichung, Moderne
Thema
D, J
Bisac-Code
FOR009000, HIS037030, PHI005000

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