

Aufgrund der Dynastiegeschichte wurde er in England geboren, diese Herkunft prägte ihn, er lernte mehrere Sprachen und verfügte über klassische Bildung. Seine Regierung war die eines typischen Aufklärers mit Reformen in der Wirtschafts- und Bildungspolitik und dem Bestreben, im Rahmen seiner Möglichkeiten kluge Köpfe nach Bückeburg zu holen. Bekannt wurde er durch seine militärischen Leistungen im Siebenjährigen Krieg, insbesondere mit der Verteidigung Portugals. Seine Erfahrungen und Gedanken vermittelte er in seiner Kriegsschule in der unter seinem Befehl erbauten Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer. Trotz seiner militärischen Neigungen entsprach er dem empfindsamen Ideal des »homme sensible«. Seine Zeitgenossen sahen ihn als bemerkenswerten, merkwürdigen und auch zugleich »idealen Regenten«.
Count Wilhelm of Schaumburg-Lippe (1724–1777), arguably the best-known among the line of counts and princes of the small territory of Schaumburg-Lippe, is presented here on the occasion of his 300th birthday. According to the history of the dynasty, he was born in England; this background shaped him, for he learned several languages and possessed a classical education. He governed as a typical Enlightenment ruler, enacting reforms in economic and educational policy and, within the limits of his resources, pursuing the ambition of attracting bright minds to Bückeburg. He became renowned for his military achievements in the Seven Years’ War, particularly for the defence of Portugal. He conveyed his experiences and reflections at his military academy, situated within the island fortress of Wilhelmstein – a fortress built under his command on the lake Steinhuder Meer. Despite his military inclinations, he embodied the sentimental ideal of the . His contemporaries perceived him as a remarkable, unusual, and at the same time »ideal ruler«.
Stefan Brüdermann, geb. 1959 in Osterode/Harz ist seit 2009 Leiter des Staatsarchivs Bückeburg sowie Vorsitzender der Historischen Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg. Studium der Geschichte und Germanistik in Göttingen und Wien, 1987 Promotion (Dissertationsthema: "Göttinger Studenten und akademische Gerichtsbarkeit im 18. Jahrhundert"), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Edition-Lichtenberg-Briefwechsel, Lehrtätigkeit an Volkshochschulen (1986–1993) und am Historischen Seminar der Universität Hannover (1994–1999), 1993–1999 Archivar am Hauptstaatsarchiv Hannover, 1999–2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom (Repertorium Germanicum). Seit September 2003 Archivar am Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg. Veröffentlichungen über Universitätsgeschichte, Straßenverkehrsgeschichte und niedersächsische Landesgeschichte, u. a.: Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1724-1777). Zwischen Aufklärung und Moderne (Hg., 2026); Geschichte Niedersachsens, Bd. 4: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (Hg., 2016); Schaumburg im Mittelalter (Hg., 2013, 2. Aufl. 2014)
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