


Grund dafür ist, so die These des Beitrags, die tiefe Verwurzelung der Denkfigur in pädagogischen Praktiken der Zeit: von botanischer Sprachbildung über Gartenarbeit bis hin zur Pflanzenzucht. Wie Jean Pauls, Goethes und Bettine von Arnims Schriften zeigen, waren subalterne Akteure, die sich durch Unmündigkeit, Alterität oder Zugehörigkeit zu Minderheiten auszeichneten, präferierte Subjekte einer botanischen Erziehung.
Around 1800, the greenhouse became a crucial metaphor for the evolving educational science. The article argues that this development was deeply rooted in pedagogical practices of the time, ranging from botanical language education to gardening and plant breeding. As Jean Paul’s, Goethe’s, and Bettine von Arnim’s writings show, subaltern actors, characterized by immaturity, otherness, or minority affiliation, were the preferred subjects of botanical education.
Szilvia Gellai wurde nach Studien in Kunst und Germanistik am Karlsruher Institut für Technologie mit einer Arbeit über „Netzwerkpoetiken in der Gegenwartsliteratur“ (2018) promoviert. Seit 2020 ist sie Postdoc am Institut für Germanistik der Universität Wien, wo sie an der Schnittstelle von Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaften forscht und lehrt. Im Winter 2025/26 nahm sie eine Gastprofessur für intersektionale Geschlechterforschung an der Leuphana Universität Lüneburg wahr. Zu ihren neueren Publikationen gehören „Glass Scenographies: Notes on Spaces of One’s Own“ (2023), Aufsätze zu ihrem Habilitationsprojekt „Bauformen der Transparenz. Lebensversuche unter Glas“ sowie das gemeinsam mit Kevin Drews herausgegebene Sonderheft der Zeitschrift Forum for Modern Language Studies zur Ästhetik und Politik des Humors bei Walter Benjamin.
mehr