

Dagegen setzt vor allem die Aristokratie in ihren klassizistischen Interieurs auf einen dekorativ motivierten und auf phantasievolle Imagination setzenden Zugang, der zunächst ausgehend von malerischen Effekten hin zum opulent verlebendigten Zimmergarten führt. Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zimmerpflanze schließlich omnipräsent, in den Wohnungen selbst der ärmeren Bevölkerungsschichten wie in den Prachtsälen von Aristokratie und Großbürgertum.
Around 1790, the addition of floral elements to interiors was popularized in two ways. The late Enlightenment »botanizing« – practiced by a broad bourgeois scientific community – established an interest in plants, giving rise to its use in Biedermeier design. In contrast, the aristocracy adopted an approach towards classical interior design that was rather playful and imaginative. While they initially used only pictorial representations of plants, they later had opulent gardens with living plants. By the middle of the 19th century, houseplants had become ubiquitous, found in the homes of even the poorer classes as well as in the magnificent halls of the aristocracy and upper middle classes.
Jan Mende, geb. 1964 in Berlin. 1985–1988 Studium der Museumskunde in Leipzig, 2013 Promotion am Historischen Institut der Universität Potsdam mit Die Tonwarenfabrik Tobias Chr. Feilner in Berlin. Kunst und Industrie im Zeitalter Schinkels. 1988–2006 Sammlungsleiter beim Märkischen Museum, ab 2007 Ausstellungsmacher und Programmkurator beim Stadtmuseum Berlin sowie Kurator des Museums Knoblauchhaus, zeitweilig Cheflektor des Verlags M. 2011 und 2018 Weimar Stipendien der Klassik Stiftung Weimar. 2021 und 2023 Kurator der partiellen Neuakzentuierung von Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Arbeitsschwerpunkte: Skulptur, Architektur, Kunstgewerbe und Produktdesign 1770 bis 1860; Raumkunst des Klassizismus und Biedermeier; Einzelstudien zu Karl Friedrich Schinkel und Friedrich Gilly.
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