Jeannie Moser ORCID

Bildpolitik | Bündnis | Blickregime

Weibliche Macht in Rourkes "Mary Queen of Scots" und Schillers "Maria Stuart"


32 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.02.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536069-010

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
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AUS DEM BAND:
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Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft
Internationales Organ für Neuere deutsche Literatur

DOI https://doi.org/10.46500/83536069
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Ende 2018 kommt mit »Mary Queen of Scots« ein Film in die Kinos, der sich mit dem Verhältnis zweier Königinnen sowie deren jeweiligem Umgang mit Macht auseinandersetzt: Mary Stuart und Elizabeth I.


Regisseurin Josie Rourke stößt bei ihren Recherchen auf Friedrich Schillers Trauerspiel »Maria Stuart«, dem sie laut Interview den größten Einfluss auf ihr Projekt zuschreibt. Besonders fasziniert sie jene Szene, in der sich die beiden Königinnen begegnen. Rourke übernimmt diese Begegnung als dramatischen Höhepunkt ihres Films. Die nachfolgenden Überlegungen widmen sich den Interferenzen, Parallelen und Differenzen zwischen Drama und Film. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach Bündnissen und ihrer Inszenierung, Bildpolitiken, Genderrollen und deren Überschreitung sowie konkurrierende Ansprüche auf Alleinherrschaft. Dass der Film eine weibliche und das Drama eine männliche Perspektive auf die Königinnen vorschlägt, sensibilisiert für unterschiedliche Blickachsen und öffnet als Problemhorizont das Blickregime selbst: Welche Macht ermöglicht es, welche setzt es ins Licht, welche macht es unsichtbar?

In 2018, »Mary Queen of Scots« is released in cinemas – a film that explores the relationship between two queens and their respective approaches to power: Mary Stuart and Elizabeth I. During her research, director Josie Rourke comes across Friedrich Schiller’s tragedy »Maria Stuart«, which, according to an interview, she cites as the most significant influence on her cinematic project. She is particularly fascinated by the scene in which the two queens – contrary to historical fact – meet face to face. Rourke adopts this encounter as the dramatic climax of her film. The following reflections focus on the interferences, parallels, and divergences between the drama and the film. Central themes include alliances, image politics, gender roles and their transgression, as well as competing claims to sovereign power. The fact that the film proposes a female perspective on the queens, while the drama offers a male one, draws attention to differing lines of sight – and opens up the broader problem of the visual regime itself: What kind of power enables the visual regime and brings it into the light, and what power renders it invisible?


Jeannie Moser

Jeannie Moser ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie forschte und lehrte an der Universität Wien und der TU Berlin. Aktuell arbeitet sie als wissenschaftliche Angestellte der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur an einer Literatur- und Wissensgeschichte des Misstrauens.

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Kategorien

Schlagworte
Aufklärung, Weimarer Klassik, Romantik, Moderne, Gegenwartsliteratur, Grundlagenforschung, Deutsches Literaturarchiv, Marbach, Jahrbücher, Literaturwissenschaft, Reihen, Kotzebue, Schiller, Ingeborg Bachmann, Comic, Kolonialismus, Afrika, Schillerrede
Thema
DSBD, DSBF, DSBH, DSBJ, DSC, DSG, DSK, DSM
Bisac-Code
FOR009000, REF027000

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Seite 219-246Zur Auftragsliteratur in der Gegenwart
Jeannie Moser
Seite 247-278 Bildpolitik | Bündnis | Blickregime


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