Matthias Mansky

Der "Eigenthümlichkeit dieses großen Meisterwerks" verpflichtet, "dem Auge wohlgefällig"

Karl Franz Grüners Bearbeitung von Schillers "Wilhelm Tell"


32 Seiten, 4 Abbildungen
Erscheinungsdatum: 18.02.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536069-005

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
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Buchcover von »Der "Eigenthümlichkeit dieses großen Meisterwerks" verpflichtet, "dem Auge wohlgefällig"«
Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft
Internationales Organ für Neuere deutsche Literatur

DOI https://doi.org/10.46500/83536069
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Die frühe österreichische Schiller-Rezeption wurde während der Dichterfeiern des 19. Jahrhunderts oftmals als ignorant und mangelhaft dargestellt, wofür man neben der Zensur vor allem die Aufführungsgeschichte von Schillers Dramen an den Wiener Bühnen verantwortlich machte.


Der vorliegende Beitrag bemüht sich um eine Revision dieser Vorbehalte, die sich noch in neueren wissenschaftlichen Darstellungen erhalten haben, indem er die theatrale Rezeption Schillers in Wien als facettenreiche Auseinandersetzung mit dem späteren deutsch(-österreichisch)en Klassiker auffasst, die dessen Popularität nachhaltig beförderte. Ein gutes Beispiel hierfür stellt Karl Franz Grüners erfolgreiche Adaption von Schillers »Wilhelm Tell« für das Theater an der Wien von 1810 dar. An ihr können nicht nur die Anpassungen an die zeitgenössischen Theaterkonventionen und Zensurvorgaben rekonstruiert werden, sondern Grüners Bearbeitung lässt in Zeiten der Napoleonischen Kriege auf eine interessante dramaturgische Umakzentuierung schließen, die eine divergierende Wahrnehmung während der Aufführungssituation evozierte.

The early Austrian reception of Schiller was often portrayed as ignorant and inadequate, especially during the poet celebrations in the 19th century. At that time, censorship and the performance history of Schiller’s dramas on the Viennese stages were held responsible. This article sets out to challenge these misconceptions, which persist in recent scholarly accounts, by examining the theatrical reception of Schiller in Vienna as a multifaceted exploration of the later German (Austrian) classic, which fostered his enduring popularity. A prime example of this is Karl Franz Grüner’s highly successful adaptation of Schiller’s »Wilhelm Tell« for the Theater an der Wien in 1810. On the one hand, it can be used to reconstruct contemporary theatre conventions and censorship requirements. On the other hand, Grüner’s staging of Schiller’s play also suggests an interesting dramaturgical reinterpretation in times of the Napoleonic Wars, which evoked a divergent perception during the performance.


Kategorien

Schlagworte
Aufklärung, Weimarer Klassik, Romantik, Moderne, Gegenwartsliteratur, Grundlagenforschung, Deutsches Literaturarchiv, Marbach, Jahrbücher, Literaturwissenschaft, Reihen, Kotzebue, Schiller, Ingeborg Bachmann, Comic, Kolonialismus, Afrika, Schillerrede
Thema
DSBD, DSBF, DSBH, DSBJ, DSC, DSG, DSK, DSM
Bisac-Code
FOR009000, REF027000

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