

Arbeit bestimmt unser Leben. Arbeitsverhältnisse entscheiden über gesellschaftliche Zugehörigkeiten und den materiellen Status. Sie modellieren Geschlechterbeziehungen, formen Lebensläufe und hinterlassen Spuren in den sozialen Beziehungen. Die Deindustrialisierung, die Ausweitung des Dienstleistungssektors und die Digitalisierung veränderten seit den 1970er Jahren die Arbeitswelt tiefgreifend. Im vorliegenden Band wird nach den Auswirkungen dieser Transformationen im geteilten und vereinigten Deutschland gefragt und gezeigt, wie sie die Soziallagen, aber auch das Bewusstsein von Erwerbstätigen verändert haben. Die Autorinnen und Autoren widmen sich u. a. internationalen Produktionsverlagerungen, der Umwandlung von Industrierevieren in Dienstleistungsquartiere, spezifisch weiblichen Berufsfeldern wie dem Einzelhandel, migrantisch geprägten Tätigkeiten im Entsorgungs- und Reinigungsgewerbe und analysieren Privatisierungsfolgen sowie die Wissensgeschichte der Prekarität. Im Fokus stehen dabei Arbeitserfahrungen, durch veränderte Arbeitspraktiken hervorgebrachte soziale Polarisierungen sowie der gewerkschaftliche Umgang mit Rationalisierung und Arbeitslosigkeit.
Stefan Berger ist Stefan Berger, Direktor des Instituts für soziale Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum. Veröffentlichungen u.a.: The Palgrave Handbook of Workers’ Participation at Plant Level (hg. mit Ludger Pries, Manfred Wannöffel, 2019).
mehrFrank Bösch ist Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Veröffentlichungen u.a.: Deals mit Diktaturen. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik (2024); Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann (2019).
mehrWinfried Süß ist Leiter der Abteilung »Regime des Sozialen« am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Veröffentlichungen u.a.: Kunst und Kultur nach dem Nationalsozialismus (hg. mit Jutta Braun, 2025); Das »Dritte Reich«. Eine Einführung, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe (hg. mit Dietmar Süß, 2024).
mehrAndreas Wirsching, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin. Veröffentlichungen u.a.: Abschied vom Provisorium. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1982–1990 (2006); Demokratie und Globalisierung. Europa seit 1989 (2022).
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