Lukas Doil ORCID

Prekäre Subjekte

Leiharbeit und "Prekarisierung" in der bundesdeutschen Sozialforschung und der autonomen Bewegung der 1980er-Jahre


22 Seiten
Erscheinungsdatum: 31.08.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536044-002

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Wege in die Dienstleistungsgesellschaft
Der Wandel der Arbeitswelt im geteilten und vereinigten Deutschland

DOI https://doi.org/10.46500/83536044
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Leiharbeit gilt in Deutschland seit den Hartz-Reformen unter Gerhard Schröder als Schlüsselinstrument zur „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“.


Seither hat sich in der Soziologie und in sozialen Bewegungen der Begriff der „Prekarisierung“ für diesen Prozess der Entsicherung von Arbeitsverhältnissen etabliert. Der Beitrag historisiert die gemeinsame Geschichte von Leiharbeit und Prekarisierung in den 1980er Jahren in der Bundesrepublik, als Leiharbeit bereits gesellschaftlich kontrovers diskutiert wurde. Untersucht werden empirische Sozialforscher:innen und Aktivist:innen der Autonomen Bewegung, die aus unterschiedlichen Richtungen kommend Wissen über Leiharbeit und den Arbeitswandel produziert und das semantische Feld um die „Prekarität“ zur Analyse dieses Wandels profiliert haben. Dabei geraten wechselseitige Bezugnahmen, Theorietransfers aus dem italienischen Marxismus und das „Subjekt“ als neue zentrale Kategorie des Arbeitswandels in den Blick.

Since Gerhard Schröder's Hartz reforms, temporary agency work is considered a key tool for increasing the “flexibility of the labor market” in Germany. Since then, the term “precarization” has gained traction in sociology and social movements to describe this process of making employment relationships less secure. This article historicizes the shared history of temporary work and precarization in the 1980s in the Federal Republic of Germany, when temp work was already the subject of controversial public debate. It examines social researchers and activists from the autonomous movement who, coming from different directions, produced knowledge about temporary work and the transformation of labour and shaped the semantic field around “precariousness” for the analysis of this shift. In doing so, it focuses on reciprocity between social research and social movements, theory transfers from Italian Marxism, and the “subject” as a new central category of labour relations.


Lukas Doil

Lukas Doil, geb. 1994, ist Zeithistoriker und Doktorand am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Er war Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung, des ZZF Potsdam und der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf. In seiner Forschung beschäftigt er sich vor allem mit den Transformationsprozessen des Kapitalismus in der Zeitgeschichte.

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Kategorien

Schlagworte
Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, Prekarität, Arbeitsverhältnisse, Jobberbewegung, Arbeitssoziologie, Kapitalismus, Neoliberalismus, Subjektivierung, Umbrüche, Arbeitswelt, Deindustrialisierung, Dienstleistungssektor, Digitalisierung, Soziallagen, Erwerbstätige, Privatisierungsfolgen, Prekariat, Rationalisierung, Globalisierung, Arbeitsmigration, Arbeitslosigkeit, Automatisierung, Flexible Arbeitsformen, Gender Pay Gap, Teilzeitarbeit, Outsourcing, Wissensarbeit, Netzwerke
Thema
NH, JHBL, JBSF
Bisac-Code
HIS014000, HIS037070, HIS054000, BUS023000

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