


Er thematisiert die Entwicklung, Organisation und gesellschaftliche Bedeutung jüdischer Zwangsarbeit in Berlin – von frühen Formen der Demütigung über ihre bürokratische Erfassung und wirtschaftliche Ausbeutung bis zu Deportation, Zwangsarbeit in KZ-Außenlagern und dem späteren Ringen der Überlebenden um Anerkennung, Entschädigung und öffentliche Erinnerung. Ein zentrales Element des Beitrags sind die Erinnerungen von Überlebenden, hauptsächlich aus Interviews, die Mitte der 1990-er Jahre für das Visual History Archive der USC Shoah Foundation geführt wurden. Die Berichte geben eindrucksvolle Einblicke in die Lebensrealitäten jüdischer Berlinerinnen und Berliner bis zur sogenannten „Fabrikaktion“ im Februar 1943. Als subjektive Zeugnisse eröffnen sie eine wichtige Perspektive auf die individuelle Dimension nationalsozialistischer Verfolgung und Entrechtung. Damit bilden sie zugleich eine wesentliche Grundlage für die historische Forschung sowie für die Erinnerungs- und Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus.
The article provides an overview of the history of Jewish forced labor in Berlin alongside selected testimonies by survivors. It examines the development, organization, and social significance of Jewish forced labor—from early forms of humiliation and persecution, through its bureaucratic administration and economic exploitation, to deportation, forced labor in satellite camps, and the survivors’ subsequent struggle for recognition, compensation, and public remembrance. The article draws primarily on survivors’ memories recorded in interviews conducted in the mid-1990s for the USC Shoah Foundation’s Visual History Archive. These accounts offer powerful insights into the lived experiences of Jewish Berliners up to the so-called Fabrikaktion in February 1943. As subjective testimonies, they provide an important perspective on the individual dimension of Nazi persecution and disenfranchisement. They also constitute an essential resource for historical research and for memory work, historical and civic education.
Verena Nägel ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet bei den Digitalen Interview-Sammlungen an der Universitätsbibliothek der Freien Universität. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Integration von Oral-History-Interviews in Forschung und Lehre sowie im Aufbau und in der Bereitstellung digitaler Sammlungen. Sie verantwortet an der Freien Universität den Zugang zum Visual History Archive der USC Shoah Foundation, zum Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies undweiteren Sammlungen. Sie ist Projektmanagerin des Archivs „Zwangsarbeit 1939-1945“ und war an der Konzeption und Entwicklung der Plattform „Oral-History Digital“ und verschiedener Lern- und Lehrmaterialien für Schulen beteiligt. Sie ist Teil der Ethik-/Recht-Expert*innenrunde „ELSA“ des NFDI4Memory-Konsortiums. Seit 2025 setzt sie das DFG-geförderte Projekt Open.Oral.History um.
mehrCord Pagenstecher, Dr., geb. 1965, Historiker am Arbeitsbereich Digitale Interview-Sammlungen an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Leitung des Interviewportals „Oral-History.Digital“. Publikationen zu den Themen NS-Zwangsarbeit, Tourismusforschung, Migrationsgeschichte, Oral und Visual History, Forschungsdaten, u.a.: Zwangsarbeit für Wilmersdorf. Das Ausländerlager des Bezirksamts Wilmersdorf im Kontext der nationalsozialistischen Zwangsarbeit in einem Berliner Bezirk, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2020, Berlin: Mann 2021, 113-141; Interview-Archive zum Nationalsozialismus. Die digitale Erschließung und Analyse von Oral History-Sammlungen am Beispiel des Online-Archivs Zwangsarbeit 1939-1945, in: Nationalsozialismus digital. hg. v. Markus Stumpf, Hans Petschar, Oliver Rathkolb, Wien: V & R unipress 2021, 101-118
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