Jörn Roland Christophersen

Zum Vorteil und Nutzen von Ratsleuten und Stadtgemeinde

Jüdische Präsenz in der Region Berlin während des Mittelalters


17 Seiten
Erscheinungsdatum: 28.10.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536174-001

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
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Das jüdische Berlin
Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

DOI https://doi.org/10.46500/83536174
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Der Beitrag beleuchtet die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Berlin während des Mittelalters und widmet sich deutlicher als vielfach die frühere Forschung sozialgeschichtlichen Perspektiven.


Berücksichtigt werden die heute auf Berliner Gebiet liegenden Städte Berlin, Cölln an der Spree und Spandau. In mehreren Abschnitten befasst sich dieser Überblick mit zentralen Themen und Charakteristika des jüdischen Lebens im mittelalterlichen Berlin. So interessieren die frühen Ansiedlungen und die rechtlichen Grundlagen jüdischer Präsenz (ab dem frühen 13. Jahrhundert), gerade aber das Zusammenleben von Christen und Juden. Hierbei liegt besonderes Augenmerk auf der Rolle des Bürgerstatus und dem fleischverarbeitenden Handwerk. Unter den Verfolgungsereignissen werden die Thronkrisenverfolgung Mitte des 14. Jahrhunderts und das Ende der jüdischen Präsenz im mittelalterlichen Berlin durch ein Komplott, Justizmorde und die Ausweisung im Jahr 1510 angesprochen. Erstere Verfolgung fällt zugleich in die Zeit des Schwarzen Todes, er ist aber nicht die Ursache für die Pogrome zwischen 1348 und ca. 1352. Ein Ausblick ins spätere 16. Jahrhundert bildet die chronologische Brücke zu den Neuanfängen des Berliner Judentums – und den weiteren Beiträgen des Bandes.

The chapter examines the history of Jews in Berlin during the Middle Ages and, more explicitly than previous research has often done, focuses on social-historical perspectives. It covers the medieval cities of Berlin, Cölln an der Spree, and Spandau, which are located within the boundaries of modern-day Berlin. In several sections, this overview addresses central and characteristic topics of Jewish life in medieval Berlin. It examines the early settlements and the legal foundations of the Jewish presence (beginning in the early 13th century), but focuses particularly on the coexistence of Christians and Jews. Special attention is given to the role of citizenship and the butchery trade. Among the episodes of persecution discussed are the persecution during the mid-14th century succession crisis (“Thronkrisenverfolgung”) and the end of the Jewish presence in medieval Berlin, which resulted from a conspiracy, judicial murders, and the expulsion in 1510. While the earlier persecution coincided with the Black Death, the plague was not the cause of the pogroms that took place between 1348 and approximately 1352.
A forward glance into the late 16th century serves as a chronological bridge to the new beginnings of Berlin’s Jewish community—and to the subsequent chapters of this volume.


Jörn R. Christophersen

Jörn Roland Christophersen, geboren 1983 in Bonn, war nach der Promotion zur Geschichte der Juden im Osten des mittelalterlichen Reiches an der Universität Trier und Tätigkeiten am dortigen Arye-Maimon-Institut für Geschichte der Juden zunächst an der Mainzer Akademie der Wissenschaften, dann als PostDoc ("Assistent") an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Derzeit wirkt er an der Freien Universität Berlin am Liv-, Est- und Kurländischen Urkundenbuch mit. Zu seinen Forschungsinteressen in der mittelalterlichen Geschichte gehören unter anderen: die Sozialgeschichte, Gewalt und Gewalthandeln, das mittelalterliche Aschkenas, die Begegnungen von Christentum, Judentum und Islam, konstruierte Alteritäten, aber auch die Historischen Hilfswissenschaften und die kritische Edition, derzeit im Besonderen zur Geschichte Livlands.

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Kategorien

Schlagworte
Vormoderne, Stadtgeschichte, Aschkenas, Frühe Neuzeit, Bürgerstatus, Verfolgungen, Sozialgeschichte, christlich-jüdische Beziehungen, Antijudaismus, Fleischerhandwerk, Jüdische Geschichte, Geschichte Berlins, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Berlin
Thema
NH, QRJ
Bisac-Code
HIS022000, HIS014000, HIS037010, HIS037030

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-7Inhalt
Hanno Hochmuth
Seite 9-17Die Kurfürstenstraße
Jörn Roland Christophersen
Seite 19-35 Zum Vorteil und Nutzen von Ratsleuten und Stadtgemeinde
Barbara Hahn
Seite 53-62Berliner Jüdinnen um 1800
Monika Wienfort
Seite 79-88Entgrenzung des Sagbaren
Martin Sabrow
Seite 101-111Walther Rathenau und der Antisemitismus
Hanno Hochmuth
Seite 113-123Von Grabsteinen und Stolpersteinen
Jonas Busch, Maximilian Gärtner
Seite 125-134"1936 - März 43 ab dann illegal"
Leonie Teuffert
Seite 135-144Zwei Bettstellen, vier Stühle
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Seite 161-176Erinnerungen an jüdische Zwangsarbeit in Berlin
Alina Bothe, Christoph Kreutzmüller
Seite 177-192Von der Unsichtbarkeit des Sichtbaren
Paul Nolte
Seite 193-205Mehr als nur Rückkehr
Alexander Carstiuc, Anselm Meyer
Seite 207-222An der Schranke des Verstehens
Marion Brasch, Hanno Hochmuth
Seite 223-224"Wir für uns"
Olaf Glöckner
Seite 225-235Die große Überraschung
Nora Hogrefe
Seite 237-249Zwischen Präsenz und Leerstellen


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