Michael Bienert ORCID

Zwischen Scheunenviertel und Kurfürstendamm

Joseph Roth im jüdischen Berlin der Weimarer Republik


11 Seiten
Erscheinungsdatum: 28.10.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536174-006

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
Download
AUS DEM BAND:
Buchcover von »Zwischen Scheunenviertel und Kurfürstendamm«
Das jüdische Berlin
Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

DOI https://doi.org/10.46500/83536174
zum Band

Das Verhältnis des Schriftstellers Joseph Roth zu Berlin war zwiespältig.


Wenige haben das Berlin der 1920er-Jahre so scharfsichtig in Feuilletons portätiert. Mit tiefsitzendem Skeptizismus blickte Roth auf die modernen Erscheinungsformen des Verkehrs, der Architektur, der Kommunikationstechnik, der Massenkultur. Mit umso größerer Empathie widmete er sich den Existenzen, die in der Millionenmetropole ums blanke Überleben, um Anerkennung, ums Wahrgenommenwerden kämpften. Das galt auch für das jüdische Berlin in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. In seinem Buch „Juden auf Wanderschaft“ ging Roth mit dem assimilierten jüdischen Bürgertum kritisch ins Gericht und bemühte sich um eine Rehabilitation der Zuwanderer aus Osteuropa.

Joseph Roth had an ambivalent relationship with Berlin. Few captured the Berlin of the 1920s in their newspaper features with such keen insight. Roth viewed the modern manifestations of transport, architecture, communication technology, and mass culture with deep-seated skepticism. Yet he devoted himself with all the greater empathy to the lives of those in the sprawling metropolis who were struggling for sheer survival, for recognition, and simply to be noticed. This applied equally to the various facets of Jewish Berlin. In his book *The Wandering Jews* (*Juden auf Wanderschaft*), Roth took a critical stance toward the assimilated Jewish middle class while striving to rehabilitate the image of immigrants from Eastern Europe.


Michael Bienert

Michael Bienert, 1964, Autor, Journalist, Stadtführer mit Forschungsschwerpunkt Berliner Literatur- und Kulturgeschichte

mehr


Kategorien

Schlagworte
Literatur, Jüdische Geschichte, Geschichte Berlins, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Berlin
Thema
NH, QRJ
Bisac-Code
HIS022000, HIS014000, HIS037010, HIS037030

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-7Inhalt
Hanno Hochmuth
Seite 9-17Die Kurfürstenstraße
Jörn Roland Christophersen
Seite 19-35Zum Vorteil und Nutzen von Ratsleuten und Stadtgemeinde
Barbara Hahn
Seite 53-62Berliner Jüdinnen um 1800
Monika Wienfort
Seite 79-88Entgrenzung des Sagbaren
Michael Bienert
Seite 89-99 Zwischen Scheunenviertel und Kurfürstendamm
Martin Sabrow
Seite 101-111Walther Rathenau und der Antisemitismus
Hanno Hochmuth
Seite 113-123Von Grabsteinen und Stolpersteinen
Jonas Busch, Maximilian Gärtner
Seite 125-134"1936 - März 43 ab dann illegal"
Leonie Teuffert
Seite 135-144Zwei Bettstellen, vier Stühle
Verena Nägel, Cord Pagenstecher
Seite 161-176Erinnerungen an jüdische Zwangsarbeit in Berlin
Alina Bothe, Christoph Kreutzmüller
Seite 177-192Von der Unsichtbarkeit des Sichtbaren
Paul Nolte
Seite 193-205Mehr als nur Rückkehr
Alexander Carstiuc, Anselm Meyer
Seite 207-222An der Schranke des Verstehens
Marion Brasch, Hanno Hochmuth
Seite 223-224"Wir für uns"
Olaf Glöckner
Seite 225-235Die große Überraschung
Nora Hogrefe
Seite 237-249Zwischen Präsenz und Leerstellen


Weitere Empfehlungen

Buchcover von »Theater ordnen«
Buchcover von »"So muss ich fortan das Band als gelöst ansehen."«
Buchcover von »Von Siedlern und Sammlern«
Buchcover von »Die Urkunden der ritterlichen Familie von Campen zu Bordenau und Poggenhagen (1070) 1269-1600 …«
Buchcover von »Der Aufstand der Sachsen 1073-1075«