Laury Sarti ORCID

Neue Perspektiven auf den Sachsenaufstand - eine Bilanz


8 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.05.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536014-011

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
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Der Aufstand der Sachsen 1073-1075

DOI https://doi.org/10.46500/83536014
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Der Beitrag zieht eine Bilanz der im Band versammelten Forschung zum Sachsenaufstand von 1073–1075 und betont die Furchtbarkeit der nun vorliegenden Neubewertung des Konflikts.


Im Zentrum steht die Abkehr von älteren Deutungen eines ethnisch oder territorial einheitlichen Volksaufstandes zugunsten eines komplexen Machtkonflikts zwischen Königtum, Adel und Kirche. Die Beiträge zeigen, dass der Aufstand nur im Zusammenspiel politischer Herrschaftspraxis, sozialer Bindungen, wirtschaftlicher Interessen und zeitgenössischer Kommunikationsformen zu verstehen ist. Besonders hervorgehoben wird die quellenkritische Analyse narrativer Überlieferung, die vereinfachende Deutungsmuster sichtbar macht und die Vielfalt von Loyalitäten und Handlungsspielräumen erkennbar werden lässt. Prosopographische, wirtschaftshistorische und erinnerungsgeschichtliche Ansätze ergänzen dieses Bild und verdeutlichen die Bedeutung individueller Biographien und regionaler Konstellationen. Insgesamt erscheint der Sachsenaufstand als dynamischer Prozess wechselnder Allianzen und Konfliktlagen, der durch situative Faktoren geprägt war. Der Beitrag unterstreicht damit die im Band gelungene Revision etablierter Forschungsparadigmen und die stärker differenzierende Betrachtung der hochmittelalterlichen Herrschaftskonflikte.

The paper surveys the research collected in the volume on the Saxon revolt of 1073–1075 and highlights the significance of the new reassessment of the conflict. It moves away from older interpretations of a unified ethnic or territorial popular uprising and instead presents the revolt as a complex struggle for power between the monarchy, nobility and church. The contributions show that it can only be understood through the interaction of political practice, social ties, economic interests and contemporary forms of communication. Particular attention is given to a source-critical reading of narrative accounts, which exposes simplifying patterns of interpretation and brings out the range of loyalties and possibilities for action. Prosopographical, economic-historical and memory-historical approaches add to this picture and emphasise the importance of individual biographies and regional contexts. Overall, the Saxon revolt emerges as a dynamic process of shifting alliances and conflicts shaped by situational factors. The paper thus underlines the volume’s successful revision of established research paradigms and its more differentiated view of high medieval power conflicts.


Laury Sarti

Laury Sarti ist Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn.

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Kategorien

Schlagworte
hochmittelalterliche Herrschaftskonflikte, Königtum, Adel, Kirche, politische Herrschaftspraxis, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Kommunikationsgeschichte, Quellenkritik, narrative Überlieferung, Erinnerungsgeschichte, Prosopographie, regionale Konstellationen, Loyalitäten, Machtkonflikt, Forschungsparadigmen, historiographische Revision, Heinrich IV., Investiturstreit, Hochmittelalter, Salier, Sachsenkrieg, Mediävistik
Thema
NHDJ, NHTV
Bisac-Code
HIS037010, HIS014000, HIS054000

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-6Inhalt
Arnd Reitemeier
Seite 7-9Vorwort
Matthias Becher
Seite 221-247Königtum in der Krise
Ingrid Würth
Seite 249-277Rufmord am Herrscher
Laury Sarti
Seite 295-302 Neue Perspektiven auf den Sachsenaufstand - eine Bilanz

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