


Um diesen ‚ikonischen Impuls‘ aufzunehmen, ist es nötig, so die These, seine Methodiken fortzuschreiben, denn die von Koselleck verschriftlichten Überlegungen zum Verhältnis von Ikonik und Historik sind tentativ geblieben. Eine Möglichkeit solchen Aufnehmens und zugleich Überschreitens wird durch die Analyse von Bildern exemplarisch vorgeführt, die ‚Aufklärung‘ bereits vor der Ausbreitung des Begriffs propagierten. Der Beitrag schließt mit Überlegungen, wie sich der Begriff und die Bilder der Aufklärung einander zuordnen lassen. Verallgemeinert lautet die Frage, auf welchen Ebenen Bilder und Texte zueinander in Bezug zu setzen sind, wenn die einen ohne voreilige Herabsetzung der anderen aufgewertet werden sollen.
Daniel Fulda, geb. 1966, lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Halle und ist PI des dortigen Graduiertenkollegs 2999 «Die Politik der Aufklärung» sowie des Exzellenzclusters «Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining» der Universität Jena. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im ‚langen 18. Jahrhundert‘, in der Aufklärungsrezeption sowie in der Gegenwartsliteratur. Dabei kombiniert er begriffsgeschichtliche, bildanalytische und narratologische Verfahren: Materialität und Materialismus. Klassiker als Produkt von Buchgestaltung, Diskurs und Ökonomie (Hg. zus. mit S. Böhmer u. M. Lepper, 2025); Die Bilder der Aufklärung (Hg. zus. mit E. Décultot, 2024); Revolution trifft Aufklärungsforschung (Hg., 2. Aufl. 2023); Die Erfindung der Aufklärung. Eine Begriffs-, Bild- und Metapherngeschichte aus der ‹Sattelzeit› um 1700, in: Archiv für Begriffsgeschichte 64.1 (2022), S. 7–100.
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