Faustino Oncina Coves

Kosellecks aufklärerische Motive und Impulse


28 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.03.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536053-008

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Buchcover von »Kosellecks aufklärerische Motive und Impulse«
Geschichte im Widerstreit
Beiträge zur Historisierung Reinhart Kosellecks

DOI https://doi.org/10.46500/83536053
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Die Hauptabsicht dieses Beitrages liegt nicht darin, sich auf die Datierung der Aufklärung zu konzentrieren, die für Koselleck nicht im Mittelpunkt stand, sondern darauf, Strukturelemente und Denkfiguren der Aufklärung zu skizzieren.


Es geht also um die verdichtete Skizzierung seiner Deutung der Aufklärung als historische und als philosophisch-epistemologische Kategorie und um die Bewertung der Frage, inwiefern sie beide konvergieren oder divergieren. Kurz vor seinem Ableben bestand er auf dieser Doppelcodierung als einmaliger Epochenbezeichnung bzw. historischer Periode und als systematischem, wiederholbarem Daueranspruch. Andererseis herrschte zunächst im spanischsprachigen Raum die dominante Einordnung Kosellecks als Antiaufklärer, die vor allem auf der Rezeption von Kritik und Krise im franquistischen Spanien und seinem Ruf als Schmittianer beruhe. Kosellecks Hypokrisievorwurf gegen die aufklärerische utopische Geschichtsphilosophie sowie seine Überbewertung der freimaurerischen Geheimbünde konnten sich in die Verschwörungstheorie des Franquismus fügen. Unsere Generation hat dieses Stereotyp nach der akribischen Konfrontierung mit den eigenen Schriften des Historikers, nicht nur mit seiner Doktorarbeit zur Diskussion gestellt. Kosellecks Verhältnis zur Aufklärung und zu Aufkärern wurde komplexer und differenzierter. Aufgrund der ideologiekritischen Stoßrichtung seiner Begriffsgeschichte erscheint er mal als Gegenaufklärer, mal selbst als Aufklärer.

The main purpose of this article is not to focus on the dating of the Enlightenment, which was not central to Koselleck's work, but rather to outline the structural elements and modes of thought of the Enlightenment. It is therefore a condensed outline of his interpretation of the Enlightenment as a historical and epistemological category and an assessment of the extent to which the two converge or diverge. Shortly before his death, he insisted on this double coding as a unique designation of an epoch or historical period and as a systematic, permanent and repeatable claim. On the other hand, Koselleck was initially classified in Spanish-speaking countries as an anti-Enlightenment thinker, based primarily on the reception of Critique and Crisis in Franco's Spain and his reputation as a Schmittian. Koselleck's accusation of hypocrisy against the Enlightenment's utopian philosophy of history and his overestimation of Masonic secret societies fitted in well with the conspiracy theory of Francoism. Our generation has challenged this stereotype after meticulously confronting the historian's own writings, not only his doctoral thesis. Later, Koselleck's relationship to the Enlightenment and its thinkers became more complex and nuanced. Due to the ideology-critical thrust of his conceptual history, he sometimes appears as a counter-Enlightenment thinker, and sometimes as an Enlightenment thinker himself.


Faustino Oncina Coves

Faustino Oncina Coves ist Professor an der Universität Valencia (Spanien). Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte am Philosophischen Institut des spanischen Forschungsrates (C.S.I.C Madrid), Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt am Main, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Technische Universität und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte kreisen um die Aufklärung, den deutschen Idealismus, Hermeneutik und Begriffsgeschichte. Er leitet die internationale Forschungsgruppe Begriffsgeschichte und Kritik der Moderne (GIUV2013-037).

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Kategorien

Schlagworte
Begriffsgeschichte, Aufklärung, Kritik, Historik, Geschichtsphilosophie, Utopie, Moral, Politik, Spanien
Thema
NHAH, NHTX, NHTZ1
Bisac-Code
HIS037070, HIS014000

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