Lucila Svampa ORCID

Reinhart Koselleck und Walter Benjamin

Eine Erkundung in theoretischen Kontrapunkten


31 Seiten, 6 Abbildungen
Erscheinungsdatum: 18.03.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536053-009

Lizenz CC BY 4.0
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Buchcover von »Reinhart Koselleck und Walter Benjamin«
Geschichte im Widerstreit
Beiträge zur Historisierung Reinhart Kosellecks

DOI https://doi.org/10.46500/83536053
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Dieser Aufsatz untersucht die kaum existente Beziehung zwischen Reinhart Koselleck und Walter Benjamin und setzt damit einen Kontrapunkt.


Trotz fehlender direkter Auseinandersetzung lassen sich zahlreiche thematische Affinitäten feststellen, beispielsweise in der Kritik des Fortschritts, im Verhältnis von Geschichte und Katastrophe, in der Rolle von Erinnerung sowie in der Perspektive der Besiegten.
Ein erster Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Spuren Benjamins im Nachlass und in der Bibliothek Kosellecks. Während Benjamins eigene Bibliothek weitgehend verloren ist, stellt Kosellecks umfangreiche Sammlung einen zentralen Gedächtnisort dar. In ihr lassen sich selektive, aber intensive Lektüren Benjamins nachweisen, insbesondere seiner geschichtsphilosophischen Thesen. Der zweite Schwerpunkt liegt auf direkten Zitaten Benjamins. Sie befinden sich bei Koselleck nur selten und werden im Rahmen dieser Untersuchung rekonstruiert und analysiert.
Schließlich konzentriert sich dieser Text auf den methodologischen Aspekt, der sich aus der Problematisierung der Perspektive der Besiegten gegenüber der der Sieger in der Geschichtsschreibung ergibt. Kurzum zeigt der Aufsatz, dass Benjamins Denken implizit wichtige Anknüpfungspunkte für Kosellecks Historik bietet.

This essay examines the virtually non-existent relationship between Reinhart Koselleck and Walter Benjamin, thereby providing a counterpoint. Despite the lack of direct engagement, numerous thematic affinities can be identified, for example in their critique of progress, in the relationship between history and catastrophe, in the role of memory, and in the perspective of the defeated.
The first focus is on analyzing traces of Benjamin in Koselleck's estate and library. While Benjamin's own library has been largely lost, Koselleck's extensive collection represents a central place of memory. It provides evidence of Benjamin's selective but intensive reading, especially of his theses on the philosophy of history. The second focus is on direct quotations from Benjamin. These are rare in Koselleck's work and are reconstructed and analyzed in this study.
Finally, this text focuses on the methodological aspect that arises from the problematization of the perspective of the defeated versus that of the victors in historiography. In short, the essay shows that Benjamin's thinking implicitly offers important points of reference for Koselleck's historiography.


Lucila Svampa

Lucila Svampa ist promovierte Sozialwissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkten in der Philosophie der Geschichte. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an CONICET und der Universität von Buenos Aires, wo sie Philosophie unterrichtet. Sie ist Alumni der Alexander von Humboldt Stiftung und von DAAD. Sie ist Leiterin des Forschungsprojekts “Was von gewalttätigen Vergangenheiten bleibt: zwischen greifbaren und ätherischen Bildern” (Universität Buenos Aires).

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Kategorien

Schlagworte
Nachlass, Geschichte, Kritik des Fortschritts, Besiegten, Erinnerung
Thema
NHAH, NHTX, NHTZ1
Bisac-Code
HIS037070, HIS014000

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-6Inhalt
Georg Simmerl
Seite 55-90Koselleck, ein kritischer Liberaler?
Jan Andres Hartmann
Seite 113-135"Den Geschichtsphilosophen das Wasser abgraben"
Jonathon Catlin
Seite 163-189Koselleck as Critical Catastrophist
Damian Jorge Rosanovich
Seite 191-212Die Frage der Säkularisierung bei Reinhart Koselleck
Faustino Oncina Coves
Seite 213-240Kosellecks aufklärerische Motive und Impulse
Lucila Svampa
Seite 241-271 Reinhart Koselleck und Walter Benjamin
Gennaro Imbriano
Seite 333-346Krieg und Frieden


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