


Zum einen sollen aus den in rechten Publikationen formulierten Diagnosen eines vermeintlichen sexuellen Niedergangs, die zunächst skizziert werden, rückschließend die darin implizierten normativen Vorstellungen von Sexualität herausgearbeitet werden. Zum anderen werden die darauf aufbauenden beziehungsweise daraus abgeleiteten widerständigen Praktiken analysiert, die von rechten Akteur:innen propagiert und zum Teil auch realisiert wurden.
This article focuses on right-wing debates and disputes in the context of sexual transformation processes in the German Federal Republic during the long 1960s, pursuing two central lines of inquiry. On the one hand, it aims to identify the normative ideas about sexuality implied in the diagnoses of supposed sexual decline formulated in right-wing publications, which are first outlined. Second, it analyzes the resistant practices based on or derived from these ideas, which were propagated and, in some cases, implemented by right-wing actors.
Sebastian Bischoff, Dr. phil., ist Post-Doc am Bereich Zeitgeschichte der Universität Bielefeld und leitet das DFG-Habilitationsprojekt Die bundesdeutsche Rechte und die 'sexuelle Revolution'. 2014 bis 2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Zeitgeschichte der Universität Paderborn, 2016-2018 Geschäftsführer des Historischen Instituts. Studium der Neueren Geschichte, Soziologie, Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der HU und FU Berlin. Promotion zum Dr. phil. im Fach Geschichte, 2018 erschienen als „Kriegsziel Belgien. Annexionsdebatten und nationale Feindbilder in der deutschen Öffentlichkeit, 1914-1918“. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der politischen Rechten, der Sexualitäten, des Ersten Weltkriegs und Erinnerungspraxen in postfaschistischen, postkolonialen und postmigrantischen Gesellschaften.
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