Jakob Saß

Kampfschulung und Ersatzfamilie

Die Bundeswehr und die Ausbildung des Rechtsterrorismus in den 1970er Jahren


19 Seiten, 2 Abbildungen
Erscheinungsdatum: 10.04.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536043-002

Lizenz CC BY-SA 4.0
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Lebenswelten der radikalen Rechten in der Bonner Republik

DOI https://doi.org/10.46500/83536043
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Mitte der 1970er Jahre bildete sich im Jägerbataillon 162 im schleswig-holsteinischen Wentorf bei Hamburg ein einflussreiches Netzwerk von gewaltbereiten, rechtsextremen Elitesoldaten.


Die Bundeswehr bot den Neonazis eine Ersatzfamilie und eine Karrierechance. Die rechtsextremen Soldaten gehörten mit ihren militärischen Leistungen zu den Besten der Einheit und wurden daher von Vorgesetzten und Kameraden trotz ihrer Einstellungen lange toleriert. Einige schlossen sich dem Hamburger Neonazi-Anführer Michael Kühnen an und gründeten unter seiner Leitung eine rechtsterroristische "Werwolf"-Gruppe, die mit Bundeswehr-Insiderwissen u.a. mehrere militärische Standorte überfiel. Der Historiker Jakob Saß zeigt am Beispiel des Wentorfer Neonazi-Netzwerkes, inwieweit die Bundeswehr für Rechtsterroristen attraktiv war und warum sie sogar zur Zielscheibe ihrer Anschläge wurde.

In the mid-1970s, an influential network of violent, right-wing extremist elite soldiers formed in the "Jägerbataillon 162" in Wentorf, Schleswig-Holstein, near Hamburg. The German Armed Forces offered the neo-Nazis a surrogate family and a career opportunity. The right-wing extremist soldiers were among the best in the unit in terms of their military performance and were therefore tolerated for a long time by their superiors and comrades despite their attitudes. Some joined the Hamburg neo-Nazi leader Michael Kühnen and, under his leadership, founded a right-wing terrorist ‘Werwolf’ group, which used insider knowledge of the Bundeswehr to attack several military sites, among other things. Using the example of the Wentorf neo-Nazi network, historian Jakob Saß shows the extent to which the Bundeswehr was attractive to right-wing terrorists and why it even became a target of their attacks.


Jakob Saß

Jakob Saß ist Historiker in Berlin und Potsdam. Er forscht zu NS-Täter:innen, Rechtsradikalismus nach 1945 und Geschichtsdarstellungen in digitalen Spielen. Am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam hat er 2025 seine Dissertation mit dem Titel „Die radikale Rechte und die Bundeswehr im Kalten Krieg“ fertig gestellt. Er ist Gründer und Co-Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens „Game Change Lab“, das den Einsatz von digitalen und analogen Spielen in der historisch-politischen Bildung fördert.

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Kategorien

Schlagworte
Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Militär, Tag X, Radikalisierung, Nationalismus, Milieus, Bonner Republik, Netzwerke, Lebenswelt, Jugendverbände, Gesellschaftswandel, Weltanschauung, Organisationen, Parteien, soziale Praktiken, Gewalthandlungen, rechter Terrorismus, Bundesrepublik, Publikationen, Lebenswelt der Rechtsterroristen, Ausbildung des Rechtsterrorismus, Mauerfall, Grenzübergreifende Vernetzung, Propaganda, Rassismus, Staat, Zivilbevölkerung, Urbanisierung, Bürokratien, Erinnerungskultur, Täter-Opfer-Dynamik
Thema
NH, JPFQ, JHBK, JPF
Bisac-Code
HIS037070, HIS014000, POL042040, POL015000, POL037002

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-7Inhalt
Frank Bösch, Gideon Botsch
Seite 9-25Lebenswelten der radikalen Rechten
Darius Muschiol
Seite 29-52Gruppen, Szenetreffs, Publikationen
Jakob Saß
Seite 53-71 Kampfschulung und Ersatzfamilie
Niklas Krawinkel
Seite 95-114"Notgemeinschaft volkstreuer Familien"
Laura Haßler
Seite 115-138Das Volk, myself and I
Marie Müller-Zetzsche
Seite 141-157"Das Gespräch mit dem Leser"
Sebastian Bischoff
Seite 158-180Vom "Verlust des Eros"
Anette Schlimm
Seite 211-232Die Rechte auf dem Land
Annelotte Janse
Seite 257-281Militant itineraries
Eric Angermann
Seite 282-303Nationalismus als Antriebskraft


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