Andreas Ludwig ORCID

Geschichtsmuseen

Geplante, gebaute und erzählte Geschichte im Raum


26 Seiten, 4 Abbildungen
Erscheinungsdatum: 06.01.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83535930-009

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
Download
AUS DEM BAND:
Buchcover von »Geschichtsmuseen«
Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichtskultur

DOI https://doi.org/10.46500/83535930
zum Band

In Geschichtsmuseen sind Zeit und Raum verknüpft, in ihnen wird Geschichte im Bewahrungs-, Interpretations- und Zeigemodus materialisiert und räumlich präsent.


Der Beitrag diskutiert die im Museum entstehenden Ebenen einer musealen Eigenzeitlichkeit und deren Situierung im Raum als (Re-)Präsentation von Geschichte in ihrem Verhältnis zur Gegenwart. Historische Museen vereinen mehrere Zeitschichten, von sich wandelnden Intentionen, von Sammlungsinitiativen bis hin zu Ausstellungen, in denen Geschichte als historische Zeit an die Gegenwart angebunden wird. Zugleich sind Geschichtsmuseen Monumente einer Verörtlichung von Geschichte, die sich durch ihre Lage im Raum, ihre architektonische Gestalt, in Ausstattungen und Raumplanung äußert. Diese komplexe Zeit-Raum Konstellation wird am Beispiel des Berliner Märkischen Museums verdeutlicht, wo Zeit und Raum um 1900 als Gesamtkunstwerk konzipiert wurden.

In history museums, time and place are interconnected. By intentions, collections, and interpretations they materialize time and make it present to the public. This paper discusses the layers of museum-specific time (museale Eigenzeit) and how they are implemented in the already existing landscape of modern society as place-making for history. Layers of time are founding intentions, collection building, and exhibitions and their change over time. Museums as institutions make place when deciding over their placement in an already existing (mostly urban) landscape, the choice of architectural styles, symbolic and artistic decorations, and the layout of exhibition halls. By history museums, time becomes present and important, can be seen and visited. In the second part of this paper the Berlin urban history museum (Märkisches Museum) will be discussed as an example of a time-place Gesamtkunstwerk and how history was represented within a modern urban fabric.


Andreas Ludwig

Andreas Ludwig, geb. 1954, ist Historiker. Er studierte an der Freien Universität Berlin und promovierte an der Technischen Universität Berlin über ein stadtgeschichtliches Thema. Nach Engagement in der Berliner Geschichtswerkstatt baute er das Heimatmuseum Berlin-Charlottenburg auf und konzipierte das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, das er bis 2012 leitete. Von 2013 bis zu seinem Ruhestand war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Seine Interessen gelten Museumsfragen, der materiellen Kultur und der Stadtgeschichte. Veröffentlichungen u. a.: Neue Städte. Vom Projekt der Moderne zur Authentisierung (Hg., 2021); Metropole Berlin. Traum und Realität 1920-2020 (2020); Zeitgeschichte der Dinge. Spurensuchen in der materiellen Kultur der DDR (Mithg., 2019).

mehr


Kategorien

Schlagworte
Geschichtsmuseum, museale Eigenzeit, Repräsentation, Produktion von Raum, Public History, Archäologie, Stadtraum, Gedenkstätte, Vergangenheit, Ausgrabung, Schichten, Denkmalpflege, Landschaft, Erinnerungsort, Reinhart Koselleck, Geschichtstheorie, Chronoferenz, DDR, Sozialismus, bildende Kunst, Film, Literatur, Sachsenhausen, Naturhistorisches Museum, Wien, Museum für Naturkunde, Berlin
Thema
NH, NK
Bisac-Code
HIS037080, HIS014000, HIS037070

Weitere Beiträge des Bandes

Seite 5-6Inhalt
Achim Saupe
Seite 7-19Einleitung
Achim Saupe
Seite 21-68Zeitschichten
Ulrike Jureit
Seite 69-81Erfahrungsschichten
Christoph Bernhardt
Seite 123-138Zeitschichten und Materialität
Andreas Putz
Seite 139-154Zeitschichten in der Denkmalpflege
Joachim Baur
Seite 155-182Raum, Schicht, Strahl
Andreas Ludwig
Seite 183-208 Geschichtsmuseen


Weitere Empfehlungen

Buchcover von »1989 literarisch«
Buchcover von »Sokrates in Pöseldorf«
Buchcover von »Monument und Misserfolg«
Buchcover von »Satire als Avantgarde«
Buchcover von »Exil London«