Alexander Knopf ORCID

Wer ist der niederländische Hausfreund?

Form und Funktion einer literarischen Figur in Johann Peter Hebels Kalendergeschichten


29 Seiten
Erscheinungsdatum: 02.09.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536204-005

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Kalender und kleine Form
Kulturwissenschaftliche Kontextualisierungen von Johann Peter Hebels Kalendertexten

DOI https://doi.org/10.46500/83536204
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Der Beitrag untersucht Hebels Kalendergeschichten vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Medialität.


Er zeigt zum einen, dass Hebel mit der Erfindung der Figur des rheinländischen Hausfreundes auf die besonderen Bedingungen reagiert, die mit dem Medium Kalender gegeben sind. Zum andern untersucht er die Poetik, mit der Hebel die Bedingungen zur Rezeption der Kalendergeschichten selber herstellt. Von besonderem Interesse sind dabei die Dimensionen des Raumes und der Zeit. Das Medium des Kalenders – und insbesondere des "Rheinländischen Hausfreundes" – zeichnet sich dadurch aus, dass es in einen konkreten geographischen und kulturellen Raum eingebettet und seine Zeitlichkeit durch Serialität, Periodizität und Kurzlebigkeit bestimmt ist. Der Zusammenhang von Medium und Rezeption offenbart sich besonders deutlich im Übergang Kalender zum "Schatzkästlein". Am Beispiel einer Kalendergeschichte führt der Beitrag vor, inwiefern sich die Leseszene, die ein Kalender konstituiert, grundlegend von derjenigen unterscheidet, in der sich die Lektüre eines Buches vollzieht.

This article examines Hebel’s calendar stories against the backdrop of their specific mediality. On the one hand, it shows that, by inventing the character of the ‘Rhineland family friend’, Hebel was responding to the particular conditions inherent in the medium of the calendar. On the other hand, it explores the poetics through which Hebel himself shaped the conditions for the reception of the calendar stories. Of particular interest here are the dimensions of space and time. The medium of the calendar – and in particular the ‘Rheinländischer Hausfreund’ – is characterised by the fact that it is embedded in a specific geographical and cultural space, and that its temporality is determined by seriality, periodicity and transience. The relationship between medium and reception is particularly evident in the transition from the calendar to the ‘The Treasure Chest’. Using a calendar story as an example, the article demonstrates the extent to which the reading scene constituted by a calendar differs fundamentally from that in which the reading of a book takes place.


Alexander Knopf

Alexander Knopf, geb. 1977, ist seit 2024 Leiter der literaturwissenschaftlichen Abteilung der Theodor-Springmann-Stiftung in Heidelberg und Lehrbeauftragter an der Universität ebendort. Von 2019 bis 2024 war er an der Universität Kopenhagen, zunächst als Marie Curie Fellow mit einem Forschungsprojekt zur romantischen Sprachphilosophie, zuletzt als Assistant Professor und Mitarbeiter an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der Gefühle in der Literatur des 19. Jahrhundert. Von 2017 bis 2018 hatte er einen Lehrauftrag an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, inne. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Romantik, Deutscher Idealismus, Sprachphilosophie, Editionswissenschaft und Materialitätsforschung, Ästhetik, Emotionstheorie und Technikphilosophie.

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Kategorien

Schlagworte
Medium, Medialität, Poetik, Zeit, Raum, Französische Revolution, Popularität, Temporalität, Medienkultur, Almanach, Sattelzeit, Aufklärung, Volksaufklärung, Kalendergeschichten, Kalendertexte
Thema
DSK
Bisac-Code
FOR009000, FOR000000

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