
Zinn befragt darin die Wahrheit der Anklage Otto Modersohns, die in Rilkes ›Requiem für eine Freundin‹ (d.i. die 1907 verstorbene Paula Modersohn-Becker) von 1908 an »den Mann« formuliert ist. Er nutzt dafür die Materialien, die Sophie Dorothee Gallwitz mit den ›Briefen und Tagebuchblättern‹ der Malerin ausgewählt zugänglich gemacht hat. Mit Blick auf weitere unveröffentlichte Materialien aus dem Nachlass Rilkes, auf die Zinn hinweist und die hier in Auszügen erstmals wiedergegeben werden, differenziert sich das Bild entscheidend aus.
Benjamin Krutzky, geb. 1991, ist Leiter der digitalen Arbeitsstelle der Historisch-kritischen Ausgabe der Werke Rilkes an der Fondation Rilke, Sierre. Von 2021 bis 2025 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück. Der Band ›Das Stunden-Buch und zugehörige Gedichte 1899-1905‹ innerhalb der Ausgabe erschien 2025, die Dissertation zum ›Stunden-Buch‹ ist im Erscheinen.
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