


Er basiert auf dem Digital-Humanities-Projekt THEY WERE THE FIRST, das im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Wien entwickelt wurde und weitergeführt wird. Die Schulkataloge der Jahre 1893 bis 1903 wurden digitalisiert, transkribiert und als strukturierte Forschungsdaten aufbereitet. So lassen sich soziale, familiäre, religiöse und geografische Zusammenhänge ebenso untersuchen wie individuelle Bildungswege. Anhand der Biografien von Irmgard Nocken, Emma Ott, Emilie Wertheimer und Margarethe Zemann zeigt der Beitrag, unter welchen Bedingungen Mädchen und junge Frauen gymnasiale Bildung, Matura und den Zugang zur Universität erkämpften. Ihre Lebenswege verweisen auf geschlechtsspezifische Zuschreibungen, gesellschaftliche Widerstände und institutionelle Hürden. Die Verbindung digitaler Quellenerschließung und biografischer Forschung macht diese Schülerinnen als historische Akteurinnen sichtbar und zeigt ihren Beitrag zur Öffnung höherer Bildung für Frauen in Österreich.
This article examines the pioneers of the first German-language girls’ Gymnasium, founded in Vienna in 1892 as a school run by an educational association, and explores an early phase of women’s access to higher education in Austria. It draws on the Digital Humanities project THEY WERE THE FIRST, developed as part of a master’s thesis at the University of Vienna and continued beyond it. Pupil registers from 1893 to 1903 were digitized, transcribed, and transformed into structured research data. This allows social, familial, religious, and geographical patterns to be examined alongside individual educational trajectories. Through the biographies of Irmgard Nocken, Emma Ott, Emilie Wertheimer, and Margarethe Zemann, the article traces the conditions under which girls and young women pursued secondary education, completed the Matura, and entered university. Their trajectories reveal gendered assumptions, social resistance, and institutional barriers. Combining digital source-based research with biographical inquiry, the article foregrounds these students as historical actors and highlights their contribution to opening higher education to women in Austria.
Ruth Pfosser studierte Kunstgeschichte, Angewandtes Wissensmanagement, Digital Humanities und arbeitete im Bereich der Sozialwissenschaften. In ihrer Masterarbeit „THEY WERE THE FIRST“ erforschte sie über die Schulkataloge des Mädchengymnasiums die Pioniergeneration der ersten Gymnasiastinnen. Sie lebt als unabhängige Forscherin in Wien und arbeitet an der Schnittstelle von Digital Humanities, Kunst-, Kultur- und Sozialwissenschaften.
mehr