

Ausgehend vom Verlagsarchiv des Verlags der Autoren werden exemplarisch Verlagskataloge und Festivalprogramme hinsichtlich ihrer Konfigurationen von Theatertexten und -produktionen analysiert. Gezeigt wird, dass Kinder- und Jugendtheater nicht separiert geordnet, sondern als integraler Bestandteil des Sprechtheaters konzipiert wurde. Diese Neuordnungen korrespondierten mit Versuchen einer enthierarchisierenden Praxis, die partizipatorische Ästhetiken begünstigte und Spartengrenzen zu unterlaufen versuchte. Von dieser Perspektive aus werden nicht nur institutionelle Ordnungen von Theater befragbar, sondern auch epistemologische Voraussetzungen, unter denen Theater für junges Publikum innerhalb der Theaterwissenschaft gefasst wird.
Lisa-Frederike Seidler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) in der Arbeitsstelle Universitätsgeschichte der Freien Universität Berlin. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Theaterverlage und Demokratisierungsversuche kultureller Arbeit nach 1968 sowie Studierendengeschichte der Freien Universität Berlin seit den 1970er-Jahren mit einem Schwerpunkt auf audiovisuelle Medien.
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