Anna Raisich

'Work Accounts'

Darstellungen von Arbeit am Stadttheater


22 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.05.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536093-004

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Theater ordnen
Medien, Praktiken, Politiken

DOI https://doi.org/10.46500/83536093
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Der Beitrag untersucht das Verhältnis von Theater und Gesellschaft am Beispiel organisationaler Praktiken am Stadttheater.


Ausgehend von der Kritik an etablierten Ordnungskonzepten wird für eine prozessorientierte Perspektive auf soziale Ordnung pkädiert. Unter Rückgriff auf Akteur-Netzwerk-Theorie und Ethnomethodologie wird Ordnung nicht als statische Struktur, sondern als Ergebnis situierter Praktiken des Ordnens verstanden. Anhand einer ethnografischen Fallstudie eines Personalgesprächs in der Tonabteilung eines Stadttheaters zeigt der Beitrag, wie unterschiedliche „work accounts“ (Garfinkel) konkurrierende Wirklichkeitsversionen hervorbringen. Diese spiegeln verschiedene Ordnungsmodi wider – insbesondere betriebswirtschaftliche, fürsorgliche (Care) und künstlerische Logiken. Der Konflikt verdeutlicht, dass Theaterorganisationen keine einheitliche Ordnung besitzen, sondern durch heterogene, teils widersprüchliche Praktiken stabilisiert werden. Der Artikel argumentiert, dass ein besseres Verständnis dieser multiplen Ordnungen Voraussetzung ist, um aktuelle Herausforderungen wie Ressourcenknappheit, Überproduktion und Arbeitsbelastung im Theater adäquat zu adressieren.

This article examines the relationship between theater and society using the example of organizational practices at a municipal theater. Building on a critique of established concepts of order, it advocates for a process-oriented perspective on social order. Drawing on actor-network theory and ethnomethodology, order is understood not as a static structure but as the result of situated practices of ordering. Using an ethnographic case study of a a management meeting about staffing in the sound department

of a municipal theater, the article demonstrates how different “work accounts” (Garfinkel) give rise to competing versions of reality. These reflect various modes of ordering—in particular, managerial, care-based, and artistic logics. The conflict illustrates that theater organizations do not possess a uniform order, but are stabilized by heterogeneous, sometimes contradictory practices. The article argues that a better understanding of these multiple orders is a prerequisite for adequately addressing current challenges such as resource scarcity, overproduction, and workload in the theater.


Anna Raisich

Anna Raisich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Rahmen ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit Ordnungs- und Organisationspraktiken am Stadttheater. Weitere Forschungsschwerpunkte und -interessen sind ethnografische Arbeitsweisen in der Theaterwissenschaft, pragmatische Kunstsoziologie und (post-)ANT.

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Kategorien

Schlagworte
Theater als Organisation, Arbeit am Theater, Akteur-Netzwerk-Theorie, Ethnomethodologie, Ethnografie, Überproduktion, Theaterbetrieb, Ordnung, Recherche, Aufführung, Darstellende Kunst, Verwaltung, Archiv, Dokumente, Handbücher, Metadaten
Thema
DSBH, ATA, ATDF, ATDH
Bisac-Code
PER011000, LAN025020, FOR009000

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