Buchcover: Der "Orient"
Esther Gardei

Der "Orient"

Geschichte einer deutschsprachigen Zeitschrift in Palästina, 1942/43

Reihe: Israel-Studien. Kultur - Geschichte - Politik, Band 9

400 Seiten, 27 Abbildungen
ISBN (Open Access) 978-3-8353-8195-7
ISBN (Print) 978-3-8353-6227-7
Wallstein Verlag
Erscheinungsdatum: 07.10.2026

DOI https://doi.org/10.46500/83536227

Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
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Die Geschichte der Zeitschrift »Orient« und deren Netzwerk von Autor:innen, die sich im britischen Mandatsgebiet Palästina für Demokratie und Meinungsfreiheit einsetzten


Palästina 1942: Der Zweite Weltkrieg erschüttert die Welt, der Holocaust erreicht seinen grausamen Höhepunkt und die Zukunft des jüdischen Gemeinwesens im Britischen Mandatsgebiet Palästina ist ungewiss. In dieser Situation erscheint die deutschsprachige Wochenzeitschrift »Orient«. Sie wird zur Tribüne geflüchteter Intellektueller, Schriftsteller:innen und Künstler:innen aus Deutschland, darunter Wolfgang Yourgrau, Arnold Zweig und Else Lasker-Schüler. Das Netzwerk widersetzt sich dem dominierenden zionistischen Zeitgeist, verteidigt Meinungsfreiheit, Demokratie, kulturelle Vielfalt und Minderheitenschutz und orientiert sich bewusst an europäischen humanistischen Traditionen. Mit diesem Anspruch stößt es im Jischuw auf heftige Opposition. 1943 zerstört ein Bombenanschlag die Druckerei der Zeitschrift.
Esther Gardei erzählt erstmals die vollständige Geschichte dieses vergessenen Kampfes um Demokratie und freie Meinung in Palästina. Sie rekonstruiert die Erfahrungen des Netzwerks, seine Debatten, Hoffnungen und Konflikte und beleuchtet seine Nachgeschichte bis zur Exilforschung und politischen Instrumentalisierung. Das Buch zeigt die Zerbrechlichkeit demokratischer Prinzipien in existenziellen Krisen und ist drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 aktueller denn je – nicht nur für Israel.


Esther Gardei

Esther Gardei ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und arbeitet dort im Rahmen einer Habilitationsstelle zu Antisemitismus, Exil, Versöhnung und Erinnerungspolitik im historischen und gesellschaftspolitischen Kontext. Zuvor war sie bis August 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bonn und leitete dort das interdisziplinäre Zentrum für Versöhnungsforschung. Forschungsaufenthalte und Fellowships führten sie unter anderem an die Hebrew University, die New School for Social Research sowie an die Brown University. Veröffentlichungen u. a.: Vergangenheitskonstruktionen. Erinnerungspolitik im Zeichen von Ambiguitätstoleranz (Mithg., 2023) und Versöhnung. Theorie und Empirie (Mithg., 2023).

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Kategorien

Schlagworte
Nahostkonflikt, Exilforschung, Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Judentum, Demokratie, Meinungsfreiheit, Polarisierung, 7. Oktober, Krieg, Gaza, Intellektuelle, Arnold Zweig, Else Lasker-Schüler
Thema
NHB, NHTZ1
Bisac-Code
HIS043000, HIS027100, HIS037070

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